Ratgeber

Tetanus-Impfung: Wann die Auffrischung fällig ist

Alle zehn Jahre – aber die Regel hat drei Haken, an denen die meisten hängen bleiben. Was gilt, was bei einer Verletzung passiert und warum es selten eine reine Tetanus-Spritze gibt.

Allgemeine Information, keine medizinische Beratung. Was für dich persönlich gilt, klärt ausschließlich ärztliches Fachpersonal.

Tetanus, auf Deutsch Wundstarrkrampf, ist die Impfung, an die sich fast jeder erinnert – und bei der fast niemand weiß, wann sie zuletzt gegeben wurde. Das liegt am langen Abstand: Zehn Jahre sind lang genug, dass der Termin aus dem Gedächtnis fällt.

Der Erreger lebt im Erdboden und gelangt über Wunden in den Körper. Er wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, weshalb hier keine Herdenimmunität hilft: Jeder ist auf den eigenen Impfschutz angewiesen.

Die Grundregel und ihre drei Haken

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Auffrischung alle zehn Jahre. Klingt einfach, hat aber drei Feinheiten:

  1. Es gibt kaum reine Tetanus-Impfstoffe. Geimpft wird praktisch immer als Kombination – mindestens Td, also Tetanus und Diphtherie zusammen.
  2. Eine dieser Auffrischungen soll Keuchhusten enthalten. Die STIKO empfiehlt, die jeweils nächste fällige Td-Impfung einmalig als Tdap zu geben, also mit Pertussis-Komponente.
  3. Bei einer Verletzung gilt eine kürzere Frist. Dazu unten mehr.

Welche Kombination wann

KürzelEnthältWann üblich
TdTetanus, Diphtheriereguläre Auffrischung alle zehn Jahre
Tdapzusätzlich Keuchhusteneinmalig im Erwachsenenalter
Tdap-IPVzusätzlich Poliobei entsprechender Indikation, etwa vor Reisen

Für die Grundimmunisierung im Kindesalter steckt Tetanus im Sechsfachimpfstoff, der im zweiten, vierten und elften Lebensmonat gegeben wird. Es folgen Auffrischungen mit 5 bis 6 sowie zwischen 9 und 16 Jahren – danach beginnt der Zehnjahresrhythmus.

Der wichtigste Sonderfall: die Verletzung

Wer sich eine tiefere oder verschmutzte Wunde zuzieht, muss nicht bis zum regulären Termin warten. Ärztlich wird dann geprüft, wie lange die letzte Impfung her ist – und bei verschmutzten Wunden gilt ein deutlich kürzerer Abstand als zehn Jahre.

Praktisch heißt das: Nimm bei jeder behandlungsbedürftigen Wunde den Impfpass mit. Ohne Nachweis wird im Zweifel geimpft, was unnötig sein kann. Mit Nachweis lässt sich in Sekunden entscheiden.

Ob im Einzelfall zusätzlich Immunglobulin nötig ist, entscheidet ausschließlich die behandelnde Praxis – das hängt von Wundart und Impfstatus ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.

Wenn der Impfpass fehlt

Ein verlorener Impfpass ist ärgerlich, aber kein Drama. Es gilt der Grundsatz: Jede Impfung zählt. Eine unterbrochene Serie muss praktisch nie neu begonnen werden.

  • In der Hausarztpraxis nachfragen – dort sind Impfungen in der Regel dokumentiert.
  • Bei früheren Praxen, beim Betriebsarzt oder bei der Bundeswehr nachfragen, falls dort geimpft wurde.
  • Lässt sich nichts rekonstruieren, wird der Schutz nach ärztlicher Einschätzung neu aufgebaut.

Was danach hilft: den Impfpass einmal vollständig erfassen und die Fälligkeiten sichtbar machen, statt sich auf das Gedächtnis zu verlassen.

Für wen der Termin besonders zählt

Ein aktueller Tetanusschutz ist für alle empfohlen, aber es gibt Gruppen, bei denen das Risiko einer passenden Verletzung schlicht höher liegt: Menschen, die im Garten, in der Landwirtschaft, am Bau oder handwerklich arbeiten, Reisende in Regionen mit eingeschränkter medizinischer Versorgung – und alle, die viel draußen unterwegs sind.

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Häufige Fragen

Wie oft muss Tetanus aufgefrischt werden?

Alle zehn Jahre. Die jeweils nächste fällige Auffrischung soll einmalig als Tdap gegeben werden, also mit Keuchhusten-Komponente.

Gibt es eine reine Tetanus-Impfung?

Sie ist unüblich. In der Praxis wird fast immer mindestens als Td kombiniert, also zusammen mit Diphtherie.

Was passiert bei einer Verletzung?

Dann wird der Impfstatus geprüft; bei verschmutzten Wunden gilt ein kürzerer Abstand als zehn Jahre. Nimm den Impfpass mit – ohne Nachweis wird im Zweifel geimpft.

Muss ich neu anfangen, wenn ich überzogen habe?

In aller Regel nicht. Es gilt „jede Impfung zählt“: Fehlende Dosen werden nachgeholt, bereits gegebene bleiben angerechnet.

Mein Impfpass ist weg – was nun?

Zuerst in der Hausarztpraxis nachfragen, dort ist meist dokumentiert. Sonst entscheidet die Praxis, wie der Schutz aufgebaut wird.

Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen wieder und ersetzt keine ärztliche Beratung. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission sowie die Einschätzung der behandelnden Praxis.

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